144hz oder 60hz Monitor?

Die Frage ist so alt wie die Menschheit selbst. Seit Jahrtausenden stellt man sich die Frage „Ist ein 144hz Monitor gegenüber einem 60hz Monitor sein Geld wert?“ Wir versuchen diese Frage nun endlich zu lösen! Natürlich war dieses Intro ein wenig übertrieben, aber selbst wenn die Menschheit sich nicht seit Anbeginn der Zeit mit dieser Frage beschäftigt, so tun es zumindest Gamer im 21 Jahrhundert. Also tun wir es auch hier. Vor- und Nachteile der Investition in einen 144 hz Monitor werden hier gegeneinander abgewogen und am Ende solltet ihr Wissen ob und wann sich die Investition lohnt. Ob man als Casual Gamer wirklich investieren sollte, oder ob sich das erst als Ranked Hero oder Pro lohnt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Was bedeutet Hertz?

Bevor wir darüber sprechen können wie sich der Unterschied von 144hz und 60hz angewandt aussieht, müssen wir erstmal klären wofür Hertz steht. Hertz ist eine Einheit benannt nach einem deutschen Physiker Namens Heinrich Hertz. Hertz bezeichnet dabei die Frequenz, also die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Bezogen auf Monitore bedeutet das die Anzahl von sich wiederholenden Bildern pro Sekunde. Einfach zusammengefasst ist Herz also die Bildwiederholrate eines Monitors. Ein Monitor mit 60 hz lädt das Bild also 60- mal pro Sekunde, während ein 144 hz Monitor das 144-mal die Sekunde leistet. Man bekommt also mehr Bilder pro Sekunde. 

monitor 144hz 60hz

Was bringt das?

Dadurch, dass der Monitor mehr Bilder pro Sekunde laden kann wird das Spieleerlebnis flüssiger und kleine Ruckler oder Verzögerungen in der Übertragung werden minimiert. Natürlich hängt die die Flüssigkeit der Darstellung auch noch von ein paar anderen Faktoren wie die Reaktionszeit des Monitors bezogen auf Farbwechsel und diversen Technologien zum Reduzieren von Flackern und Steigerung der Bewegungsschärfe ab. Gaming-Monitore sind da aber zumeist auf einem sehr guten Grundniveau, weshalb die Hertz Zahl des Monitors oft der entscheidende Unterschied in der Leistungsfähigkeit ist.

Bildwiederholfrequenz vs. FPS

Viele Frage sich jetzt sicherlich was der Unterschied von den Hz eines Monitors zu den FPS der Grafikkarte ist. Der Unterschied ist nicht allzu groß, denn die FPS (Frames-per-Second) beschreiben wie oft die Grafikkarte in der Sekunde Frames laden kann. Während die Hertz angeben wie oft der Monitor pro Sekunde die erzeugten Bilder ausgeben kann. Beides beschäftigt sich also mit der Frage „wie oft wird etwas pro Sekunde dargestellt?“ Wenn man also 300 FPS in einem Game hat, dann gibt die Grafikkarte ganz schön Gas. Wenn der Bildschirm allerdings nur 60-mal in der Sekunde neue Bilder lädt, dann geht sehr viel von der Leistung verloren. Die Grafikkarte ist dann, also schneller als der Monitor. Natürlich ist auch der umgekehrte Fall möglich, weswegen man Monitor und Grafikkarte aufeinander abstimmen sollte.

Es gibt zwar Synchronisationstechnologien, welche die Differenz zwischen der Bilderzeugung der Grafikkarte und der Bildausgabe des Monitors überbrücken können, aber sinnvoller ist es die reale Geschwindigkeit des Monitors an die der Grafikkarte anzupassen.  Sync-Technologien sind dabei z.B. VSync, G-Sync oder FreeSync, die von NVIDIA oder AMD über ihre Grafikkarten angeboten werden. Diese Technologien sollen Lags wie den Tearing-Effekt und Probleme mit der Bewegungsschärfe verhindern und sind Standard in allen neueren Technologien. Der Tearing-Effekt ist ein Problem das entsteht, wenn die Grafikkarte deutlich mehr FPS liefert als der Monitor darstellen kann. Der Monitor versucht dann zwei Bilder gleichzeitig auszugeben und verzerrt („zerreißt“) den Bildinhalt.

Das Problem mit diesen Sync-Programmen ist, dass sie zwar ein flüssiges Bild gewährleisten aber dafür die Leistung der Grafikkarte hinsichtlich FPS stark drosseln. Außerdem funktionieren die Sync Programme nur, wenn Monitor und Grafikkarte auf die gleiche Technologie setzen. Ein 144hz Monitor benötigt keine dieser Technologien um hässliche Input-Lags zu verhindern. Durch die deutlich höhere Bildrate eines 144hz Monitors wird der Tearing-Effekt auf ein absolutes Minimum begrenzt, sodass dieser niemandem mehr auffällt.

Beispiel 100 FPS

Kann die Grafikkarte eines Rechners 100 FPS leisten, also 100 Bilder pro Sekunde laden, dann kann ein Monitor mit 60hz 40 dieser Bilder nicht darstellen. Diese Differenz wird von Synchronisationsprogrammen gefüllt, oder im schlimmsten Fall hat man Ruckler. Ein 114hz Monitor kann nicht nur alle 100 Bilder anzeigen, sondern füllt darüber hinaus die übrigen 44 Bilder mit Bildwiederholungen auf. Das Game läuft dadurch so flüssig wie nur möglich. 

Kann man diesen Unterschied überhaupt sehen?

Lange Zeit galt der Mythos wir können eh nur 30Hz und später 60Hz wahrnehmen. Wie viel Wahrheit darin steckt ist schwer zu bewerten, da Augen ganz anders funktionieren als der Monitor eines Bildschirms. Deshalb ist es auch schwer zu messen wie viel FPS ein Auge empfangen kann. Was man auf jeden Fall sagen kann ist, dass ausnahmslos jeder der von einem 144hz auf einen 60hz Monitor wechselt das Gefühl hat, dass das Bild nicht flüssig läuft. Die Frage wie viel Frames wir Menschen nun letztendlich sehen können ist also solange irrelevant wie wir Unterschiede zwischen 60hz und 144hz deutlich wahrnehmen können. Um aber nicht nur bei einem Gefühl zu bleiben, kann man das Ganze auch noch ein wenig wissenschaftlich untermauern.

Es gibt Studien die zeigen, dass Menschen Änderungen in Bildern erkennen die gerade mal 13 Millisekunden eingeblendet werden. Wären 30 Bilder pro Sekunde das Maximum was ein Mensch aufnehmen kann, dann würde man nicht zu solchen Ergebnissen kommen können. Bei 30 FPS werden nämlich gerade einmal alle 33 Millisekunden ein neues Bild erzeugt. Zum Vergleich ein 144hz Monitor erzeugt alle 6,9 Millisekunden ein neues Bild. Das menschliche Auge und alle Prozesse die am Sehen hängen sind viel zu komplex um sie einfach mit einer FPS Zahl gleichzusetzen.

monitor 144hz unterschied

Man entdeckt den ersten Unterschied schon nach dem starten des Rechners mitsamt 144hz Monitor. Der Mauszeiger bewegt sich deutlich flüssiger über den Bildschirm als das bei einem 60hz Monitor der Fall ist. Schnappt man sich einen Browser und verschiebt diesen schnell auf dem Bildschirm hin und her, dann merkt man sogleich den nächsten Unterschied. Es gibt kaum Verzerrungen und Schlieren im Vergleich zu den Bewegungen auf einem 60hz Monitor.

Was gibt es noch für Unterschiede?

Eine höhere Bildwiederholfrequenz bedeutet nicht automatisch eine höhere Qualität oder Farbintensität des Monitors. Die Qualität eines Standbildes ist bei einem 60hz Monitor keineswegs schlechter, vermutlich sogar besser als bei einem 144hz Monitor. In Games sind Bilder allerdings ständig in Bewegung und gerade in Hinblick auf Wettkämpfe kann jede Millisekunde die eine Übertragung schneller ist, den Unterschied machen. Es geht bei mehr Hertz also eindeutig nur um die Verbesserung der Performance und nicht um die Verbesserung der Optik. Je intensiver und schneller ein Spiel, desto höher sollte die Bildwiederholungsrate sein.

Für welchen Monitor soll man sich entscheiden?

Die Grundlage ist natürlich erstmal der Rechner. Da heute allerdings schon Preis-Leistung Rechner im niedrigeren Preissegment ziemlich schnell auf FPS-Zahlen von deutlich über 100 kommen, sind 60hz relativ schnell ausgeschöpft. Natürlich unter dem Vorbehalt, dass man das überhaupt braucht. Spielt man Sims und Landwirtschaftssimulator, dann reichen 60hz und man sollte sich das Mehr-Investment auf jeden Fall sparen. Ist einem die Performance extrem wichtig, weil man sehr ehrgeizig Ranked oder sogar competitive spielt, dann ist ein 144hz vielleicht die bessere Wahl. Spiele wie Counter Strike: Global Offensive, League of Legends oder Rainbow Six Siege, empfehlen sich für einen 144hz Monitor, weil jede Millisekunde zählt und diese Spiele insgesamt enorm schnell sind. 

Es gibt also 3 Faktoren die man im Blick behalten sollte bevor man auf einen 144hz umsteigt:

  • Man spielt wettkampforientiert und will jeden Vorteil der möglich ist
  • Kleine Einbußen in der Bildqualität und Farbschärfe sind einem egal
  • Der Computer schafft mehr als 100 FPS

Im Optimalfall hat man Grafikkarte und Monitor so abgestimmt, dass keine FPS auf der Straße liegen bleiben. Spielt Geld keine Rolle, dann kann man seine CPU auch gerne mit 300 FPS feuern lassen, nur ob ein Monitor über 144hz sich noch lohnt ist wieder ein anderes Thema. 

Fazit

Grundsätzlich sollte man nochmal festhalten, dass man auch mit 60hz absolut vernünftig zocken kann. Ich selbst und viele Leute die ich kenne haben es auch mit 60hz auf den Ranked-Laddern in verschiedenen Games weit nach oben geschafft. Doch seit ich weiß wie ein Spiel auf 144hz läuft fällt es mir immer schwerer mit einem 60hz Monitor zurecht zu kommen. Man sieht nach dem Upgrade erstmal nicht einen allzu großen Unterschied aber, wenn man downgraded dann merkt man die verlorenen Hertz sofort.

144hz Monitore sind auch bei weitem nicht mehr so teuer wie früher. Viele gut Modelle sind sogar schon unter 200€ zu haben, also schließt sich die Lücke zu den 60hz Monitoren. Wer sich also einen neuen Monitor zulegen möchte, sollte auf jeden Fall einen Blick auf 144hz Monitore legen. Gerade in schnellen spielen, gegen andere Spieler lohnt sich jede Millisekunde die man rausschlagen kann. Nutzt man seinen Rechner nur für weniger anspruchsvolle Spiele, oder Microsoft Office und E-Mails, dann ist ein 144hz Monitor einfach aufgrund des Preises und der Diskrepanz zwischen Rechner und Monitor nicht zu empfehlen. Auch für Leute die ihren Rechner vor allem zum Filme und Serien schauen nutzen, ist ein 144hz Monitor nicht nötig.

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